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Selbstverletzungen bei Borderline

Triggerwarnung: dieser Artikel enthält sensible Themen und Inhalte, die Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung triggern können.

Deine Freundin ritzt sich in den Arm. Dein Partner schl√§gt mit dem Kopf gegen die Wand. Oder du selbst hast das Gef√ľhl, dich immer wieder selbst verletzen zu wollen. Solch ein Verhalten kann auf eine Borderline-Pers√∂nlichkeitsst√∂rung hindeuten. Denn bei vielen Borderline-Patienten treten Selbstverletzungen auf.

Einige Betroffene zeigen ihre Wunden und Narben ganz offen, andere verstecken sie unter der Kleidung. Zwei von drei Borderlinern haben sich schon einmal selbst verletzt. H√§ufig tritt das sogenannte Ritzen auf, also das Verletzen des Unterarms oder Unterschenkels mit einer Klinge oder Scherbe. Betroffene, die sich ritzen, berichten, dass sie sich durch die Verletzung wieder sp√ľren. Andere sagen, das warme Blut, das √ľber die Haut flie√üt, beruhigt sie. Diese Menschen erfahren die Verletzungen als Entlastung. Wiederum andere an Borderline-Erkrankte wollen durch das Ritzen Aufmerksamkeit erzeugen, zum Beispiel von ihrem Partner oder ihrer Partnerin oder vom Arzt.

Sich selbst Schmerzen zuf√ľgen

Neben dem Ritzen gibt es aber weitere Formen der Selbstverletzungen, die bei Borderline-Patienten auftreten. So rei√üen sich einige die Haare aus, kratzen Wunden auf, kauen exzessiv an den N√§geln, schlagen sich selbst oder den Kopf gegen harte Gegenst√§nde. Auch starkes Hungern, das in den schlimmsten F√§llen in der Magersucht endet, ist eine Form der Selbstverletzung. √Ąhnliches gilt f√ľr exzessives Sporttreiben. Es hat bei Borderline-Betroffenen die gleiche psychologische Ursache wie das Ritzen.

Typische Selbstverletzungen bei Borderline-Erkrankten im √úberblick:

  • Ritzen und Kratzen der Haut
  • Verbrennungen zuf√ľgen
  • N√§gel kauen, bis es blutet
  • Ausrei√üen von N√§geln und Haaren
  • Schlagen des Kopfes gegen die Wand
  • Sich selbst schlagen
  • Essst√∂rungen

Warum verletzen wir uns?

Borderline ist eine Pers√∂nlichkeitsst√∂rung. Die Erkrankten leiden unter starken Gef√ľhlsschwankungen und k√∂nnen ihre Gef√ľhle nicht oder nur sehr schlecht steuern. Mehr zu der Krankheit erf√§hrst du hier.

Doch warum verletzen sich Borderliner? Die Betroffenen nehmen ihren eigenen Körper nicht so wahr wie gesunde Menschen. Die Selbstverletzung verschafft ihnen Erleichterung; sie bauen starke Emotionen ab. Manche Borderline sind nach der Selbstverletzung körperlich und seelisch total erschöpft.

Medizinforscher fanden heraus, dass die Schmerzen das √ľberlastete Gef√ľhlszentrum der Betroffenen d√§mpfen. Man k√∂nnte also sagen, die Selbstverletzung ist eine Art der Gef√ľhlssteuerung. Das ist wichtig zu wissen: Denn das hei√üt, hinter den Selbstverletzungen steckt keine Selbstmordabsicht.

Selbstverletzungen. Was tun?

Auch wenn hinter den Selbstverletzungen keine direkte Selbstmordabsicht steckt, solltest du die Taten unbedingt ernst nehmen. Denn Borderliner denken im Laufe der Erkrankung oft √ľber einen Selbstmord nach. Die Selbstmordrate ist fast so hoch wie bei schwer depressiven Menschen. Selbstverletzungen sind ein Symptom f√ľr Borderline. Und das ist eine Pers√∂nlichkeitsst√∂rung, die unbedingt behandelt werden muss. Also was tun?

Zuerst: Mache den Menschen, die sich selbst verletzen, keine Vorw√ľrfe. Auch dir nicht, wenn du dich ritzt oder schl√§gst. Die Verletzungen sind Krankheitssymptome. Und f√ľr die kann niemand etwas, so wie man f√ľr einen Schnupfen nichts kann.

Wenn du jemanden kennst, der sich selbst verletzt, bitte ihn, einen Arzt oder einem Psychologen aufzusuchen. Wenn du dich verletzt, gehe bitte zu einem Arzt oder einen Psychologen. Denn: Nicht jeder, der sich ritzt oder auf andere Weise sich wehtut, hat Borderline. Es k√∂nnen auch andere psychische Erkrankungen oder Ursachen vorliegen. Die Pers√∂nlichkeitsst√∂rung muss professionell diagnostiziert werden. Daf√ľr werden strukturierte Gespr√§che gef√ľhrt. Hier erf√§hrst du mehr zur Diagnose. Die gute Nachricht: Die Erfolgsaussichten einer Borderline-Behandlung sind gut. Es lohnt sich, diesen Schritt zu gehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Die Informationen können das Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzen. Bitte suche bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf!

* Gender-Hinweis: Aus Gr√ľnden der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung m√§nnlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. S√§mtliche Personenbezeichnungen gelten gleicherma√üen fuŐąr alle Geschlechter.
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