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BPS Selbstverletzendes Verhalten

Ritzen, Schlagen, Verbrennungen: selbstverletzendes Verhalten bei BPS

Triggerwarnung: dieser Artikel enthält sensible Themen und Inhalte, die Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung triggern können.

BPS-Erkrankte (BPS = Borderline Persönlichkeits-Störung) zeigen oft ein selbstverletzendes Verhalten. Warum Menschen sich bei BPS selber Schaden zufügen und welche Alternativen man ihnen aufzeigen kann, zeigen wir in diesem Artikel.

Klären wir zuerst, was ein selbstverletzendes Verhalten bei BPS ist. Von selbstverletzenden Verhalten sprechen wir beispielsweise, wenn eine Person seine Haut verletzt und diese Selbstverletzungen von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Zur Veranschaulichung: Wenn wir uns ein Ohrloch oder Piercing stechen oder uns tätowieren lassen, schädigen wir zwar die Haut, es gilt aber nicht als Selbstverletzung. Wenn wir uns mit einer Klinge die Oberschenkel aufritzen, ist dies eine Selbstverletzung. Piercings und Tattoos werden von den Mitmenschen als „normal“ angesehen, Ritzen nicht.

 

Arten der Selbstverletzungen

Bei BPS-Erkrankten können zwei unterschiedliche Absichten hinter den Selbstverletzungen. 1. nicht-suizidalen Selbstverletzung. 2. Selbstmord. In der Regel liegt der erste Fall vor: Der oder die Betroffene wollen sich nicht umbringen, sondern primär ihren Körper fühlen. Aber auch Selbstmordgedanken können bei BPS auftreten.

Verletzungen ohne Selbstmordgedanken

Die häufigste und bekannteste Selbstverletzung bei BPS ist das Ritzen. Es gibt aber weitere Arten. Typische Selbstverletzungen sind:

  • Ritzen der Arme oder Oberschenkel mit einer Klinge
  • Verbrennungen durch Feuerzeuge oder Zigaretten
  • Stechen mit einer Nadel oder einem spitzen Gegenstand
  • Abschürfen, Kratzen, starkes Reiben
  • Nägel und Haare ausreißen
  • Schlagen des Kopfes gegen die Wand
  • Herbeiführen von Stürzen, die zu Knochenbrüchen führen

 

Warum verletzen sich Borderliner?

Wie erwähnt verletzten sich die meisten Betroffenen nicht, um sich umzubringen oder sich aktiv Schaden zuzufügen. Vielmehr empfinden sie die Verletzungen als Befreiung. Sie wollen psychischen Druck ablassen, der sich in ihnen aufgestaut hat. Die Verletzung ist eine Art Ventil, mit dem sie starke Emotionen abbauen. Nach der Verletzung spüren sie Erleichterung. Das positive Gefühl der Erleichterung führt dazu, dass sie sich immer häufiger ritzen, schlagen, verbrennen. Sie merken, dass die Strategie „funktioniert“ und „belohnen“ sich mit der Handlung. Der Drang wird immer größer. Und die selbst zugefügten Verletzungen müssen immer stärker werden, damit der innere Druck entweicht. Eine gefährliche Spirale.

 

Selbstverletzungen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Auch wenn keine Selbstmordabsicht hinter der Selbstverletzung steckt, auf die leichte Schulter sollten wir sie nicht nehmen. Zum einen führen Verletzungen immer wieder zu Entzündungen und Infektionen. Zum anderen spüren die Betroffenen Unverständnis bei Familienangehörigen, Partnern und Freunden. Viele versuchen, die Verletzungen zu verbergen. Das wiederum führt zu einem Gefühl, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Sie fühlen sich noch mehr als Außenseiter. Das verschlimmert das Krankheitsbild BPS.

 

Alternativen schaffen

Statt sich zu verletzen, kennen wir mittlerweile gute Alternativen. Diese helfen ebenfalls, den Druck abzulassen und die starken Emotionen zu regulieren. Welcher Trick wirkt, sollte jede oder jeder Betroffene(r) zusammen mit dem Therapeuten oder der Therapeutin herausfinden. Jeder hat seine eigene Zauberformel.

Hier einige Tricks, die helfen, die Anspannung zu lockern:

  • Joggen, schwimmen, Fahrradfahren
  • Laut Lieblingsmusik hören
  • Wäscheklammer in die Haut klemmen
  • Igelball über den Arm rollen
  • Lieblingsduft riechen
  • Eiskalte Dusche nehmen
  • In ein Kissen schlagen
  • Achtsamkeits- und Entspannungsübungen wie Yoga

BPS-App hilft

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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Die Informationen können das Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzen. Bitte suche bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf!

* Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
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